Manche Probleme entstehen nicht durch fehlende Kompetenz, sondern durch fehlende Struktur. Gerade im Arbeitsrecht entscheidet genau das oft im ersten Moment: im ersten Kontakt, im ersten Anruf, in der ersten Notiz.

Hinter sevenlayers steht Remington Splettstoesser, der das Unternehmen am 28.11.2011 als Einzelunternehmer gegründet hat. Heute entwickelt er eine KI-gestützte Arbeitsplattform für Kanzleien und arbeitsrechtliche Teams.

Ausgangspunkt: Wenn der erste Kontakt nicht sauber ankommt

Der erste Kontakt ist selten ordentlich vorbereitet. Er kommt rein zwischen Terminen, während ein Telefon klingelt oder parallel zur laufenden Mandatsarbeit.

Ein Anruf wird nicht angenommen. Eine E-Mail wird überflogen und später abgelegt. Ein kurzer Notizzettel entsteht im Moment, aber ohne vollständigen Kontext.

Oft liegt später genau dort das Problem: Informationen waren da, aber sie sind nie in einer Form angekommen, mit der man wirklich arbeiten kann.

Ansatz: Aus Gespräch wird Fall

An diesem Punkt setzt sevenlayers an. Die Plattform nimmt genau diese unstrukturierten Eingangssituationen und macht daraus etwas Nutzbares. Ein Anruf wird nicht mehr zur Erinnerung, sondern zu einem strukturierten Fall. Ein Dokument nicht mehr zur Ablage, sondern zur Grundlage.

Voice-Intake, KI-gestützte Sachverhaltsstrukturierung, Dokumentenanalyse und Workflows greifen dabei ineinander. Nicht als Sammlung einzelner Funktionen, sondern als durchgehender Ablauf.

Das Ziel ist schlicht formuliert, aber im Alltag entscheidend: Informationen sollen so ankommen, dass man direkt damit arbeiten kann.

Geschäftsmodell: Software im laufenden Betrieb

sevenlayers ist eine SaaS-Plattform für Kanzleien und arbeitsrechtliche Teams.

Die Nutzung erfolgt über monatliche Lizenzen. Zusätzlich können Setup-, Integrations- und Compliance-Leistungen hinzukommen, wenn Systeme angebunden werden oder besondere Anforderungen an Datenschutz und Berufsgeheimnis bestehen.

Im Kern geht es nicht um ein weiteres Tool, sondern um eine Arbeitsumgebung, die sich in bestehende Abläufe einfügt, ohne sie zu brechen.

Entwicklung: Wenn ein System erst im Alltag bestehen muss

Die technische Grundlage funktioniert. Informationen lassen sich bereits heute erfassen, strukturieren und in Prozesse überführen.

Die eigentliche Herausforderung zeigt sich aber erst im echten Einsatz. Denn im Kanzleialltag zählt nicht nur, dass etwas funktioniert, sondern dass es zuverlässig ist. Dass es nicht im falschen Moment scheitert. Dass es nachvollziehbar bleibt, auch wenn Fälle komplex werden.

Genau hier entsteht gerade die nächste Entwicklungsphase: aus einer funktionierenden Lösung wird eine belastbare Plattform.

Founders Note

„Ich befinde mich in der Phase, aus einer validierten Produktidee ein belastbares Unternehmen zu formen. Der Fokus liegt darauf, ein technisch starkes KI-Produkt so zu übersetzen, dass es im Alltag professioneller Anwender verständlich, vertrauenswürdig und wirtschaftlich relevant wird.
Gleichzeitig arbeite ich daran, die Positionierung zu schärfen, erste Pilotkunden zu gewinnen und die Grundlagen für eine skalierbare Plattform zu legen.“

Zielgruppe: Wenn Arbeit aus vielen kleinen Fragmenten besteht

Die Zielgruppe von sevenlayers sind Kanzleien und arbeitsrechtliche Teams, die täglich mit vielen Erstkontakten, Dokumenten und wiederkehrender Fallvorbereitung arbeiten.

Besonders relevant sind kleine und mittelgroße Kanzleien ohne eigene IT- oder Legal-Ops-Strukturen, die ihre Abläufe trotzdem strukturierter und digitaler gestalten wollen.

Perspektivisch geht es auch um Rechtsabteilungen und regulierte Unternehmen, die mit sensiblen Informationen arbeiten und diese sauber strukturieren müssen.

Einblicke in die Gründungsszene in Mecklenburg-Vorpommern

Frage 1: Was läuft aus deiner Sicht besonders gut in der Gründungsszene in MV?
Aus meiner Sicht ist in MV besonders positiv, dass die Gründungsszene persönlicher und zugänglicher ist als in vielen großen Startup-Zentren. Man kommt schneller mit relevanten Ansprechpartnern ins Gespräch, Unterstützung wirkt weniger anonym, und regionale Netzwerke können für junge Gründer sehr wertvoll sein. Außerdem hat MV einen echten Standortvorteil für digitale Unternehmen: niedrige Kosten, mehr Fokus und eine gute Lebensqualität. Gerade für technologiegetriebene Gründungen kann das helfen, länger und konzentrierter an einem Produkt zu arbeiten, ohne sofort dem Kostendruck großer Städte ausgesetzt zu sein.

Frage 2: Was wünschst du dir für die Zukunft?
Für die Zukunft wünsche ich mir, dass MV noch stärker als ernstzunehmender Standort für digitale und technologiegetriebene Gründungen sichtbar wird. Es wäre hilfreich, wenn Gründerinnen und Gründer schneller Zugang zu Pilotkunden, öffentlichen Ansprechpartnern, Förderprogrammen und erfahrenen Mentorinnen und Mentoren bekommen. Besonders wichtig wäre aus meiner Sicht mehr Verbindung zwischen Start-ups, Mittelstand, Verwaltung und Hochschulen. Wenn junge Unternehmen in MV früher reale Anwendungsfälle testen und erste Referenzkunden gewinnen können, entsteht daraus deutlich mehr Substanz als nur aus allgemeiner Gründungsberatung.

Frage 3: Wie hast du in die Gründungswerft gefunden?
Ich bin über die Suche nach regionalen Gründungsnetzwerken in Mecklenburg-Vorpommern auf die Gründungswerft aufmerksam geworden. Für mich war besonders interessant, dass die Gründungswerft nicht nur allgemein über Start-ups spricht, sondern Gründerinnen und Gründer in MV konkret sichtbar macht und vernetzt. Da ich mein Unternehmen von MV aus aufbaue, war es naheliegend, mich dort umzusehen und den Austausch mit anderen Gründerinnen und Gründern sowie dem regionalen Ökosystem zu suchen.

Vision: Nicht mehr Informationen, sondern bessere Übergänge

Mecklenburg-Vorpommern muss kein zweites Zentrum der Startup-Szene werden. Die Stärke liegt eher in etwas anderem: in Ruhe, in Nähe und in der Möglichkeit, Dinge wirklich zu Ende zu bauen, bevor sie skaliert werden.

sevenlayers folgt genau diesem Gedanken. Noch am Anfang, noch im Aufbau, aber mit einer klaren Richtung. Aus unstrukturierten Informationen wird Struktur. Aus Struktur wird ein Fall. Und aus einem Fall wird Arbeit, die nicht mehr an Fragmenten scheitert.

Nicht mehr Daten entscheiden. Sondern die Art, wie sie ankommen.