NordFlux – Automatisierung und KI für den Mittelstand in Norddeutschland

Am 24. März 2026 von Simon Glowik von NordFlux

Viele kleine und mittlere Unternehmen kennen das Problem: Abläufe, die irgendwann einmal entstanden sind, laufen einfach weiter, obwohl sie längst Zeit, Nerven und Geld kosten. Eingangsrechnungen werden manuell erfasst, Freigaben ziehen sich durch E Mail Ketten und neue Anfragen landen nicht immer dort, wo sie hingehören. Genau in solchen Routinen steckt oft erstaunlich viel Aufwand, der im Alltag kaum noch hinterfragt wird.

NordFlux wurde am 01.10.2025 von Simon Glowik und Fynn Daunus gegründet und setzt genau dort an. Das Unternehmen unterstützt kleine und mittlere Betriebe in Norddeutschland dabei, Prozesse zu automatisieren, Künstliche Intelligenz sinnvoll und sicher einzusetzen und digital besser aufgestellt zu sein. Der Anspruch dabei ist bewusst pragmatisch: keine große Transformationsrhetorik, sondern Lösungen, die im Betrieb tatsächlich spürbar etwas verändern.

Was NordFlux für Unternehmen einfacher macht

Die Zielgruppe sind eigentümergeführte kleine und mittlere Unternehmen in Norddeutschland, vor allem in Mecklenburg Vorpommern und Schleswig Holstein, mit etwa 20 bis 200 Mitarbeitenden. Besonders häufig geht es um Fertigungsbetriebe und dienstleistungsintensive Unternehmen, in denen viele kleine Vorgänge über mehrere Abteilungen laufen und sich mit der Zeit immer mehr Abstimmungs und Dokumentationsaufwand aufstaut.

Ansprechpartner:innen sind meist Menschen in der Geschäftsführung oder im operativen Bereich, die das Problem täglich sehen, aber keine eigene IT Abteilung haben, die sich darum kümmern kann. NordFlux automatisiert genau diese Abläufe mit Tools wie Microsoft Power Automate, UiPath oder n8n und begleitet Unternehmen gleichzeitig beim sicheren und sinnvollen Einsatz von KI. Ergänzend geht es auch um digitale Sichtbarkeit, damit qualifizierte Anfragen nicht irgendwo verloren gehen, sondern dort ankommen, wo sie weiterverarbeitet werden können.

Das Geschäftsmodell

NordFlux verdient sein Geld mit klar abgegrenzten Projektpaketen. Diese reichen von Discovery über Pilot bis hin zum Rollout. Danach folgen Service Level Verträge, mit denen Betrieb und Weiterentwicklung abgesichert werden. Das Ziel ist dabei nicht, von Einzelprojekt zu Einzelprojekt zu springen, sondern Schritt für Schritt wiederkehrende Erlöse aufzubauen.

Erste Erfolge und aktuelle Herausforderungen

Seit März 2026 ist Simon als Geschäftsführer in Vollzeit aktiv. Die Gesellschaft steht, Verträge und Prozesse sind aufgesetzt und auch der erste wichtige Praxistest ist geschafft. Ein erster Automatisierungspilot bei einem regionalen Mittelständler wurde erfolgreich abgeschlossen. Die Durchlaufzeiten konnten spürbar verkürzt werden und der Prozess läuft inzwischen weitgehend selbstständig. Parallel dazu wächst auch das Partnernetzwerk, erste gemeinsame Formate sind bereits in Planung.

Trotzdem ist die aktuelle Phase alles andere als bequem. NordFlux baut gerade Reputation auf, ohne großes Budget und ohne Referenzen, die heute schon öffentlich genannt werden dürfen. Der Vertrieb läuft bisher vor allem über direkte Ansprache und das persönliche Netzwerk. Das braucht Geduld, einen langen Atem und vor allem Fokus. Mit aktuell 1,5 Personen im Team ist genau das einer der wichtigsten Punkte: nicht alles gleichzeitig machen, sondern die richtigen Dinge zuerst.

Founders Note

Für Simon ist dieser Weg eng mit seiner eigenen Erfahrung verbunden. Vier Jahre lang hat er bei Dräger gesehen, wie viel Zeit in Prozessen versickert, die niemand bewusst gebaut hat. Sie sind einfach gewachsen und wurden irgendwann selbstverständlich. Der Wunsch, genau diese Probleme für kleinere Betriebe greifbar zu lösen, war der eigentliche Ausgangspunkt für NordFlux.

„Was mich gerade motiviert: Wir haben den ersten Piloten geliefert, er funktioniert, und der Kunde sieht das auch. Das ist konkreter als jede Planung.“

Netzwerk und Gründungsszene

Unterstützt wird NordFlux durch viele einzelne Personen aus dem persönlichen Netzwerk. Eine wichtige Rolle spielen dabei die ATI MV sowie der InnovationPort in Wismar. Auch die Gründungswerft hat über den Verband bereits neue spannende Kontakte ermöglicht.

Eine Investition oder Finanzierung in Mecklenburg Vorpommern hat NordFlux bislang nicht erhalten.

Frage 1: Was läuft aus deiner Sicht besonders gut in der Gründungsszene in MV?

Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft

Frage 2: Was wünschst du dir für die Zukunft?

Leichterer Zugang zu bestehenden Industrie und Gewerbeunternehmer:innen

Frage 3: Wie hast du in die Gründungswerft gefunden?

Empfehlung von Vincent Marnitz

Vision für die Gründungsszene in MV

Mit Blick auf Mecklenburg Vorpommern sieht Simon vor allem ein Thema, das viele Gründungen unnötig ausbremst: das Image. Wer hier gründet, muss sich oft erklären, als wäre der Standort automatisch ein Nachteil. Dabei liegt aus seiner Sicht genau darin auch eine Stärke. Die Wege sind kürzer, der Kontakt zu den ersten Kund:innen ist direkter und die Nähe zu produzierenden Betrieben ist real vorhanden.

Seine Vision für die Gründungsszene in MV ist deshalb klar: nicht Hamburg oder Berlin kopieren, sondern die eigenen Voraussetzungen ernst nehmen. Die Region braucht keine künstliche Start-up Kulisse, sondern mehr sichtbare Beispiele dafür, dass man auch von hier aus ein belastbares Unternehmen aufbauen kann. NordFlux steht noch am Anfang, aber der erste Beweis ist da: Der Bedarf ist real, die Lösung funktioniert und jetzt geht es darum, daraus Schritt für Schritt ein stabiles Geschäft zu entwickeln.