Ein Handwerksbetrieb hat selten Zeit, sich mit Digitalisierung zu beschäftigen, geschweige denn mit künstlicher Intelligenz. Muhamed Alahmed kennt dieses Dilemma aus erster Hand und hat mit bettersorted eine Beratung aufgebaut, die dort ansetzt, wo vielen kleinen und mittleren Unternehmen sonst die Zeit, das Know-how oder das Budget fehlt.


Vom Fachkräftemangel zum klaren Fahrplan
Handwerksbetriebe, soziale Einrichtungen und Mittelständler:innen kämpfen oft mit denselben Problemen: zu wenig Personal, veraltete Prozesse und eine Digitalisierung, die immer wieder aufgeschoben wird. Beim Thema KI fehlt vielen schlicht der Fahrplan.
Als vom BMAS autorisierter INQA-Coach begleitet Muhamed diese Unternehmen durch einen strukturierten, bedarfsgerechten Prozess. Zuerst wird der Digitalisierungsstand durchleuchtet, dann werden die Prozesse mit dem größten Hebel identifiziert, und schließlich wird KI DSGVO-konform gemeinsam mit den Mitarbeitenden eingeführt, damit das Wissen im Betrieb bleibt und nicht extern gebunden ist.
Gefördert statt unerschwinglich
Ein zentraler Punkt an bettersorted ist die Finanzierung: Die Beratungshonorare sind zu 80 Prozent aus ESF-Plus- und BMAS-Mitteln gefördert. Bis zu 14.400 Euro Coachingbudget stehen zur Verfügung, der Eigenanteil liegt bei rund 2.880 Euro. Aus diesen Coachings entstehen häufig Anschlussprojekte wie Automatisierungen, Workflow-Agenten oder KI-gestützte Dokumentensysteme. Auch die eigenen Produkte CaraChat, ein Website-Chatbot, und Automaisa, ein KI-Telefonassistent, sind aus dieser Praxis heraus entstanden.
Für wen bettersorted arbeitet
Die Zielgruppe sind KMU bis 250 Beschäftigte in MV und der DACH-Region, vor allem Handwerksbetriebe, Dienstleister:innen und soziale Träger:innen. Sie kämpfen mit Fachkräftemangel und veralteten Prozessen, haben aber weder Zeit noch Know-how für Digitalisierung und KI. Meist handelt es sich um inhabergeführte Betriebe, die pragmatische, DSGVO-konforme Lösungen suchen.
Ein Meilenstein mit Türöffner-Effekt
Seit Juli 2026 ist bettersorted offiziell als autorisierter INQA-Coach beim BMAS gelistet, zusätzlich zur bestehenden BAFA-Zertifizierung. Damit kann das Team KMU Digitalisierungs- und KI-Beratung zu 80 Prozent gefördert anbieten, ein Meilenstein, der viele Türen öffnet.
Erste produktive KI-Projekte laufen bereits bei Kund:innen, darunter ein DSGVO-konformes Dokumentensuchsystem für einen größeren regionalen Träger. CaraChat und Automaisa sind durchgehend Open-Source-first entwickelt, mit europäischer Datenhaltung.
Die größte Herausforderung bleibt die Aufklärungsarbeit. Viele Unternehmen kennen die Fördermittel gar nicht oder schrecken vor dem vermeintlich komplizierten Antragsweg zurück. Dazu kommt eine gesunde Skepsis gegenüber KI, die selten mit Worten, sondern eher mit konkreten Beispielen verschwindet, deshalb setzt das Team unter anderem auf eigene aufklärende Veranstaltungsformate, um diese Berührungsängste abzubauen.
Der nächste Schritt: die geförderten Coachings stärker standardisieren, um als kleines Team mehr Unternehmen begleiten zu können.

Founders Note
Ein persönlicher Einblick von Muhamed Alahmed in die aktuelle Lage von bettersorted:
„Die INQA-Autorisierung öffnet uns Türen zu Unternehmen, die vorher gezögert haben, Förderung senkt die Hürde spürbar. Am meisten motiviert mich, wenn ein Handwerksbetrieb nach ein paar Wochen sagt: ‚Das hätten wir uns nie zugetraut, und jetzt läuft es.‘ Als kleines Team fokussiert zu bleiben ist die Herausforderung, aber in MV sehe ich enormes Potenzial.“
Ehrenamtliches Engagement in MV
Muhamed Alahmed ist in Schwerin nicht nur unternehmerisch, sondern auch ehrenamtlich stark eingebunden: Er ist Vorsitzender des Tante-Emma-Laden 24 e.V., Vorstandsmitglied bei den Wirtschaftsjunioren Schwerin und amtierender Präsident von Rotaract Schwerin. Darüber hinaus ist er Gründer der Veranstaltungsreihe „KI zum Anfassen“ (ki-zum-anfassen.bettersorted.de) und Mitgestalter der regionalen Initiative KI|werk MV.
Für ihn gehört beides zusammen: Wer Technologie in kleine Betriebe bringen will, darf die Menschen dahinter kennen, und dafür sind enge und direkte Zusammenarbeiten in MV Gold wert.

Ein Blick auf die Gründungsszene in Mecklenburg-Vorpommern
Frage 1: Was läuft aus deiner Sicht besonders gut in der Gründungsszene in MV?
„Besonders gut funktionieren in MV die kurzen Wege, man kommt schnell an die richtigen Leute, ob Wirtschaftsförderung, Kammer oder andere Gründer. Dazu kommt eine hohe Bereitschaft, sich gegenseitig zu unterstützen.“
Frage 2: Was wünschst du dir für die Zukunft?
„Für die Zukunft wünsche ich mir, dass Digitalisierung und KI in MV nicht nur in Förderprogrammen und Konzepten stattfinden, sondern im Alltag der Betriebe ankommen, auch im kleinen Handwerksbetrieb. Und dass Förderwege einfacher und schneller werden, damit weniger Unternehmen an der Bürokratie scheitern.“
Frage 3: Wie hast du in die Gründungswerft gefunden?
„Ich bin vor einigen Jahren über einen Stammtisch in Schwerin auf die Gründungswerft gestoßen, dort habe ich das Team kennengelernt und bin seitdem in Kontakt geblieben.“
Vision für Mecklenburg-Vorpommern
Ein MV, in dem neue Technologien auch im kleinsten Betrieb ankommen, und in dem die agilen Strukturen ein echter Standortvorteil sind statt einer Notlösung.
Wenn Förderung zur Eintrittskarte wird
Ein Handwerksbetrieb, der nach ein paar Wochen sagt, das hätten wir uns nie zugetraut, das ist am Ende das eigentliche Signal, das zeigt, wie viel ungenutztes Potenzial in kleinen Unternehmen steckt, sobald ihnen jemand den ersten Schritt abnimmt.









