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Founders Update #61: Begleitung auf Augenhöhe – Verständnis statt Diagnosen

Wer als Kind gelernt hat, dass die eigenen Gefühle falsch oder zu viel sind, sucht oft lange nach jemandem, der einfach zuhört, ohne gleich ein Etikett zu vergeben. Maria Reuter hat genau das zu ihrem Beruf gemacht: Menschen das Verständnis zu geben, das ihr selbst gefehlt hat.

Von Onlinekursen bis Unternehmensbegleitung

Maria unterstützt Menschen mit ihrem Angebot Begleitung auf Augenhöhe auf mehreren Ebenen: mit Onlinekursen wie „AD(H)S bei Frauen“ und „Kein Kontakt klare Kante“, mit individuellem Mentoring sowie mit Tagesseminaren zum Thema psychische Gesundheit. Zusätzlich begleitet sie ein Unternehmen dabei, psychische Gesundheit nicht nur zu thematisieren, sondern für die Mitarbeitenden konkret umzusetzen. Ihr Einkommen erwirtschaftet sie über Kursverkäufe, Mentoring, Seminare und diese Unternehmensbegleitung.

Türen, die man sich selbst erkämpfen darf

Eine große Herausforderung sind Vorurteile mancher Institutionen gegenüber Menschen mit eigener psychiatrischer Erfahrung. Dadurch fehlt Maria oft die Rückendeckung, die andere Gründer:innen bekommen, und sie muss sich viele Türen allein erkämpfen.

Trotzdem kann sie auf einiges zurückblicken. Den erfolgreichen Launch mehrerer Onlinekurse, hunderte Downloads ihrer kostenlosen Selbstchecks zu ADHS und zu übergriffigen Eltern, ein klares Zeichen für echten Bedarf. Dazu kam der Ausbau ihres Angebots um Tagesseminare sowie die Begleitung eines Unternehmens, das psychische Gesundheit aktiv für seine Mitarbeitenden umsetzt.

Auch ihre Sichtbarkeit ist gewachsen: ein Podcastauftritt bei Gesundheitsministerin Stefanie Drese, zahlreiche Presseauftritte bei Welt und Bild sowie regional beim NDR und der Ostseezeitung. Mittlerweile erreicht Maria rund 10.000 Follower über alle Social Media Plattformen hinweg, und trotz struktureller Hürden wächst ihre Reichweite stetig weiter.

Founders Note

Ein persönlicher Einblick von Maria Reuter in ihren Weg mit Begleitung auf Augenhöhe:

„Ich habe mich 2023 selbständig gemacht, weil ich Menschen das geben will, was mir selbst gefehlt hat: Verständnis statt Diagnosen, Haltung statt Vorurteile. Dabei ist mir wichtig, auch krassen Themen mit Humor zu begegnen und Mut zu machen, denn ein gutes Leben ist möglich, auch nach einer herausfordernden Kindheit. Mit sieben Jahren Erfahrung als Genesungsbegleiterin, davon drei Jahre in der Akutpsychiatrie, weiß ich genau, wovon ich spreche, wenn ich Menschen begleite statt nur über psychische Gesundheit zu reden.“

Für wen Maria Reuter arbeitet

Ihre Zielgruppen sind Frauen mit ADHS, die sich oft missverstanden und erschöpft fühlen und endlich verstehen wollen, warum sie anders funktionieren. Menschen, die den Kontakt zu belastenden oder übergriffigen Eltern reduzieren oder beenden müssen und dabei meist ganz allein dastehen. Und Unternehmen, die psychische Gesundheit nicht nur ansprechen, sondern für ihre Mitarbeitenden auch wirklich umsetzen wollen.

Unterstützung auf dem Weg

Begleitet wurde Maria dabei unter anderem vom Innovation Port Wismar sowie von Marc Walter, Susanne Aeustergerling und René-Maik Reuter.

Ein Blick auf die Gründungsszene in Mecklenburg-Vorpommern

Frage 1: Was läuft aus deiner Sicht besonders gut in der Gründungsszene in MV?
Es gibt viele Angebote, Treffen usw.

Frage 2: Was wünschst du dir für die Zukunft?
Mehr neue Gesichter und mehr Aufbruchsstimmung würden mir gefallen. Solange mir das fehlt, investiere ich meine Zeit lieber in meine eigenen Projekte.

Frage 3: Wie hast du in die Gründungswerft gefunden?
Durch Marc Walter.

Vision für Mecklenburg-Vorpommern

Maria möchte gerne in Mecklenburg-Vorpommern wohnen bleiben. Sie wünscht sich, dass weniger gejammert und mehr erschaffen wird. Sie weiß, dass viele Menschen in der Region sich sehr einsetzen, sieht das aber in ihrem eigenen Bereich und dem ihres Mannes, der im Gaming-Bereich tätig ist, bisher noch nicht ausreichend. Ihr Wunsch: dass MV lebt, Menschen nicht wegziehen müssen und die Arbeit, die hier entsteht, wirklich etwas bewirkt.

Manchmal beginnt Veränderung nicht mit einer neuen Diagnose, sondern mit jemandem, der einfach zuhört.

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