Lernschwierigkeiten belasten häufig die gesamte Familie. Trotz stundenlangen Übens bleiben die erhofften Fortschritte oft aus. Frust, Ungeduld und nachlassende Konzentration können zu Konflikten führen und den Familienalltag zusätzlich belasten.
Sandra Sprafke hat bei ihrer eigenen Tochter erlebt, wie weitreichend sich Lernschwierigkeiten auf den Schulalltag und das familiäre Miteinander auswirken können. Dabei stieß sie auf einen möglichen, bislang wenig bekannten Auslöser: Sehfunktionsstörungen. Diese entstehen durch Schwierigkeiten im Zusammenspiel von Augen und Gehirn und können sich unter anderem auf das Lesen, Schreiben und Lernen auswirken.

Sehtraining für Kinder, die anders lernen
Ein großer Teil dessen, was Kinder in der Schule leisten müssen, hängt am Sehen. Nicht an der Sehschärfe, die eine Brille korrigiert, sondern an Fähigkeiten wie Blicksteuerung oder visueller Ausdauer, Dinge, die im Alltag selten jemand auf dem Schirm hat. Bei neurodivergenten Kindern, deren Gehirn anders als bei anderen funktioniert, bleiben solche Schwierigkeiten deshalb oft jahrelang unerkannt und belasten den ganzen Lernalltag.
Optomum ist Sandras Antwort darauf. Mit gezielten Übungen und begleitenden Trainingsmaterialien sollen Kinder lernen, entspannter und ausdauernder zu lesen, weniger Streit um Hausaufgaben, mehr gemeinsame Zeit statt Frust am Küchentisch. Finanzieren will Sandra das über kostenpflichtige Online-Trainingsprogramme, Abonnements und den Verkauf ergänzender Materialien, ergänzt durch Augenoptiker:innen, die das Sehtraining künftig direkt empfehlen oder anbieten sollen. Langfristig träumt sie sogar von einem Franchisemodell, mit dem qualifizierte Partner:innen das Konzept unter der Marke Optomum vor Ort umsetzen könnten.
Ein Ort zum Anfassen
In Brüsewitz entsteht der Sehhafen, ein Ort für persönliche Betreuung und Beratung, die Räume dafür sind bereits angemietet und stehen kurz vor der Fertigstellung. Logo, Flyer und einen aktiven Social-Media-Auftritt gibt es längst, nur am Webauftritt feilt Sandra noch.
Parallel wächst etwas, das über ein klassisches Trainingsprogramm hinausgeht: ein Aufklärungsbuch für Eltern, verständlich und ohne Fachchinesisch, in dem Neurodivergenz und Sehfunktionen zusammenhängend erklärt werden, dazu eine kindgerechte Geschichte von den „Sehräubern“, die gerade illustriert wird. Die eigentliche Arbeit steht Sandra aber noch bevor: Sie muss die technische Basis für das Trainingsprogramm aufbauen, erste Inhalte als kurze Videos produzieren und für all das eine passende Finanzierung finden.

Founders Note
Ein persönlicher Einblick von Sandra Sprafke in die aktuelle Lage von Optomum:
„Aus der Suche nach Unterstützung für meine Tochter ist eine Geschäftsidee entstanden, die Kindern und Eltern in ganz Deutschland helfen soll, entspannter und ohne Streit für die Schule zu üben. Mit Optomum möchte ich ein professionelles, alltagsnahes Angebot schaffen, das Familien beim Lernen unterstützt und ihnen neue Perspektiven eröffnet. Für die weitere Umsetzung suche ich engagierte Mitgründer:innen, die diese Idee gemeinsam mit mir professionell weiterentwickeln möchten.“
Für wen Optomum arbeitet
Zunächst richtet sich das Sehtraining an Eltern, Kinder und Augenoptiker:innen, später sollen auch Bildungseinrichtungen dazukommen, dort, wo viele betroffene Kinder täglich an ihre Grenzen stoßen.
Ein Blick auf die Gründungsszene in Mecklenburg-Vorpommern
Frage 1: Was läuft aus deiner Sicht besonders gut in der Gründungsszene in MV?
„Es gibt wirklich viele Anlaufstellen und Möglichkeiten, Fragen zu stellen.“
Frage 2: Was wünschst du dir für die Zukunft?
„Meine Sehräuber als Präventionsprogramm in Kitas und Grundschulen.“
Frage 3: Wie hast du in die Gründungswerft gefunden?
„Durch eine Empfehlung bei einem Workshop im DeveLUP.“
Vision für Mecklenburg-Vorpommern
Sandra wünscht sich ein begleitetes Gründen mit mehr Verbindlichkeit, praxisnaher Unterstützung und Raum für persönliche Entwicklung. Neben Finanzierung und Fachwissen sollte aus ihrer Sicht auch Mindsetarbeit eine größere Rolle spielen, denn wer selbst nicht an die eigene Idee glaubt, gewinnt andere nur schwer dafür. Wichtig sind ihr zudem regelmäßige Austauschformate, starke Netzwerke und sichtbare Frauen als Gründerinnen, Mentorinnen und Coaches, damit mehr Menschen den Mut fassen, ihre Ideen nachhaltig umzusetzen.
Aus einer Mutter wird eine Gründerin
Die besten Geschäftsideen entstehen selten am Schreibtisch. Optomum ist aus einer sehr persönlichen Not heraus gewachsen, aus dem Wunsch einer Mutter, ihrer Tochter zu helfen. Diese Herkunft gibt der Idee eine Glaubwürdigkeit, die sich mit keiner Marktanalyse der Welt herstellen lässt.









