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Founders Update #52: ProtoVolt Energy Solutions – Nachhaltige Batterien für Europas Energiewende

Der Bedarf an Batterien und Energiespeichern wächst rasant. Elektromobilität, stationäre Speichersysteme und der Ausbau erneuerbarer Energien treiben die Nachfrage Jahr für Jahr weiter an. Gleichzeitig stehen viele europäische Länder vor derselben Herausforderung: Zahlreiche Batterietechnologien basieren auf Rohstoffen, die in Europa kaum verfügbar sind.

Mit dieser Herausforderung beschäftigt sich ProtoVolt Energy Solutions. Das Gründungsvorhaben wurde am 24.04.2026 von Keyvan Malaie ins Leben gerufen. Gemeinsam mit seinem vierköpfigen Team arbeitet er an nachhaltigen Elektrodenmaterialien für Protonen- und Natrium-Ionen-Batterien. Dabei setzt das Team auf Biowaste und nicht kritische Metalle aus europäischen Lieferketten.

Von der Idee zur europäischen Lieferkette

In den vergangenen zwei Jahren hat das Team ein Geschäftsmodell entwickelt, das die Produktion und Vermarktung nachhaltiger Batteriematerialien zum Ziel hat. Parallel dazu wurden die Voraussetzungen geschaffen, um diese Vision langfristig umzusetzen.

Dazu gehört der Aufbau einer geschlossenen europäischen Lieferkette für die benötigten Rohstoffe. Gleichzeitig konnte ProtoVolt Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Industrie für das Vorhaben gewinnen und erste Industriepartnerschaften aufbauen.

Ein weiterer Meilenstein folgte vor Kurzem mit der Aufnahme in die TUM Venture Labs. Der Deep-Tech-Inkubator zählt zu den renommiertesten Startup-Programmen Europas und unterstützt junge Technologieunternehmen bei der Weiterentwicklung ihrer Innovationen.

Batteriematerialien aus Biowaste

Während viele Batterietechnologien auf kritischen Rohstoffen basieren, verfolgt ProtoVolt einen anderen Ansatz. Das Unternehmen entwickelt Elektrodenmaterialien aus biogenen Reststoffen und nicht kritischen Metallen für den Einsatz in Protonen- und Natrium-Ionen-Batterien.

Damit richtet sich ProtoVolt an Unternehmen und Institutionen, die an der nächsten Generation von Energiespeichern arbeiten. Dazu gehören:

  • Forschungsinstitute und Universitäten
  • Batterie- und Energiespeicherhersteller:innen
  • Hersteller stationärer Speichersysteme, beispielsweise für Solarparks
  • Unternehmen der Automobilindustrie sowie deren Zulieferer:innen

Der nächste Schritt

Aktuell arbeitet das Team daran, die entwickelten Materialien in einer funktionsfähigen nachhaltigen Batterie einzusetzen. Innerhalb der kommenden sechs Monate soll ein Proof of Concept entstehen.

Für ProtoVolt ist das ein entscheidender Entwicklungsschritt. Denn erst der erfolgreiche Einsatz der eigenen Materialien in einer Batterie zeigt, dass die Technologie nicht nur auf dem Papier funktioniert, sondern auch praktisch eingesetzt werden kann. Mit diesem Nachweis würde das Unternehmen eine wichtige Grundlage für öffentliche Förderungen und private Investitionen schaffen.

Founders Note

„Die aktuelle Lage meiner Gründung ist geprägt von großer Freude über die Erfolge der vergangenen zwei Jahre, darunter landesweite Auszeichnungen wie INSPIRED sowie die Aufnahme in die TUM Venture Labs, und von einer starken Motivation für die nächsten technologischen Schritte.

Trotz begrenzter finanzieller Mittel arbeiten wir mit hoher Überzeugung daran, nachhaltige Batteriematerialien in Europa Realität werden zu lassen.

Ich bin dankbar für die immer größer werdende Zahl an Menschen, die uns unterstützen oder mit uns arbeiten möchten, weil sie an unsere Vision glauben und unserem Team vertrauen. Das macht uns entschlossener, die kommenden Herausforderungen mit voller Energie anzugehen.“

Unterstützung auf dem Weg

Beim Aufbau von ProtoVolt Energy Solutions wurde das Team von zahlreichen Institutionen und wissenschaftlichen Partner:innen begleitet. Dazu zählen unter anderem:

  • ZfE Rostock
  • WITENO GmbH
  • Zentrum für Forschungsförderung und Transfer der Universität Greifswald
  • Prof. Christofer Saffron, Michigan State University
  • Prof. Uwe Schröder, Universität Greifswald
  • Prof. Peter Kurzweil, Ostbayerische Technische Hochschule Amberg-Weiden
  • Prof. Sonia Dsoke, Fraunhofer Institut Freiburg

Die Entwicklung neuer Technologien gelingt selten allein. Der Austausch mit Wissenschaft, Forschung und Praxispartner:innen spielt für ProtoVolt seit Beginn eine wichtige Rolle.

Ein Blick auf die Gründungsszene in Mecklenburg-Vorpommern

Frage 1: Was läuft aus deiner Sicht besonders gut in der Gründungsszene in MV?

Unterstützung der Kernideen und Netzwerken

Frage 2: Was wünschst du dir für die Zukunft?

Mehr Antrieb und anhaltende Unterstützung für Deep Tech Startups

Frage 3: Wie hast du in die Gründungswerft gefunden?

Durch Wettbewerbsveranstaltungen in MV

Vision für Mecklenburg-Vorpommern

„Dank der Forschungsinstitute und Hochschulen ist Mecklenburg-Vorpommern zu einem Magneten für High-Tech-Talente geworden, die nicht nur einen Arbeitsplatz, sondern eine Aufgabe suchen: den Aufbau einer innovationsgetriebenen, klimafreundlichen Wirtschaft. Gründerinnen und Gründer finden hier ein Umfeld, das ihnen Zugang zu Mentoring, Laboren, Kapital und starken Netzwerken bietet, ohne die Hürden der großen Metropolen.

Dennoch schaffen es viele interessante Ansätze und Forschungsideen leider nicht aus dem akademischen Bereich heraus. Aus meiner Sicht leisten die Gründungsszenen in Greifswald und Rostock dabei einen wichtigen Beitrag. Sie machen Studierenden, Forschenden und Alumni Mut, aus ihren Ideen und ihrer Forschung echte gesellschaftliche Wirkung zu erzeugen.

In der akademischen Welt werden unternehmerisches Denken und strategische Fähigkeiten oft nicht ausreichend vermittelt. Dadurch bleiben viele gute Ideen und Forschungsansätze in Papieren und Laboren stecken.

Deshalb brauchen wir mehr Austausch und stärkere Wechselwirkungen zwischen der Gründungsszene, dem Mittelstand sowie den hochqualifizierten Fachkräften aus Hochschulen und Forschungsinstituten. Nur so können wir das volle Potenzial der Region heben.“

Forschung in die Anwendung bringen

Viele Ideen entstehen in Forschungseinrichtungen. Der schwierigste Schritt ist oft, daraus ein Unternehmen aufzubauen und eine Technologie in die Praxis zu bringen.

Mit einem vierköpfigen Team, einem wachsenden Netzwerk aus Partnerinnen und Partnern und einer klaren technologischen Vision arbeitet das Startup daran, nachhaltige Batteriematerialien in Europa Realität werden zu lassen.

Der geplante Proof of Concept ist der nächste wichtige Meilenstein. Er soll zeigen, dass die entwickelten Materialien ihren Weg aus Forschung und Entwicklung in konkrete Anwendungen finden können.

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