Es beginnt nicht in einem Büro und nicht in einem Pitch Deck. Es beginnt mit einem Satz, der sich immer wieder wiederholt: Ich mag eigentlich keinen Matcha.
mjölkav ist eine Food Brand aus Mecklenburg-Vorpommern, gegründet am 05.06.2025. Hinter dem Unternehmen steht ein kleines Team aus zwei Personen, das Kaffee und Matcha als tägliches Ritual neu denkt. Nicht als Trendprodukt, sondern als etwas, das im Alltag für alle funktionieren soll. Der erste Schritt dieser Idee heißt Oat Matcha Latte.

Wenn ein Getränk plötzlich eine Hürde hat
In Mecklenburg-Vorpommern ist Matcha kein Standardgetränk. Eher etwas, das erklärt werden darf.
Wer es bestellt, bekommt oft Skepsis zurück. Manchmal Unsicherheit. Kann ich das überhaupt trinken?
Der erste Schluck verändert dann häufig mehr als erwartet. Ein kurzer Moment Stille. Dann der Satz: Okay, den kann ich trinken.
Für mjölkav ist genau dieser Moment der Anfang von allem. Nicht die Idee eines Trendgetränks, sondern die Erkenntnis, dass viele Menschen Matcha nie wirklich abgelehnt haben. Sie hatten nur nie einen, der für sie funktioniert.
Ein Markt, der wächst und trotzdem Lücken lässt
Der Markt für Ready-to-Drink Kaffee und Tee wächst seit Jahren. Produkte werden schneller, praktischer und überall verfügbar.
Trotzdem bleiben viele Menschen außen vor, weil sie bestimmte Zutaten nicht vertragen oder bewusst vermeiden.
Hier kommt mjölkav ins Spiel. Nicht als Ersatzprodukt, sondern als Getränk, das von Anfang an so gedacht ist, dass niemand ausgeschlossen wird.
3.000 Produkte im ersten Quartal
Mehr als 3.000 verkaufte Produkte im ersten Quartal.
Für ein junges Startup aus Mecklenburg-Vorpommern ist das kein laut gefeierter Meilenstein, sondern ein stilles Signal. Nachfrage ist da. Und sie ist wiederkehrend.
Doch genau hier beginnt die nächste Phase. Wachstum bedeutet nicht mehr nur Verkauf, sondern Struktur.


Vom Solo-Aufbau zum ersten echten Team
Am Anfang war mjölkav ein Einzelprojekt. Aufbauen, testen, verkaufen, verwerfen, neu anfangen.
Irgendwann kam der Punkt, an dem klar wurde, dass die nächsten Schritte allein kaum noch sinnvoll zu bewältigen sind.
Die Suche nach einer zweiten Person wurde öffentlich gemacht. Es ging weniger um Geschwindigkeit als um die richtige Ergänzung für die nächste Phase.
Nach mehreren Gesprächen fiel die Entscheidung auf einen Mitgründer aus Rostock.
Seitdem wird anders gearbeitet. Themen werden breiter gedacht, Entscheidungen auf mehrere Schultern verteilt.
Gleichzeitig beginnt eine Phase, in der vieles parallel passiert. Neue Produktion, neue Produktentwicklung, Aufbau von Vertriebsstrukturen.

Founders Note
„Wir befinden uns gerade in einer Phase der Strategieanpassung. Ich war bislang alleine unterwegs und habe vor einigen Wochen publiziert, dass ich einen Late Co-Founder suche. Zwei Kandidaten waren besonders interessant. Jetzt habe ich mich für einen Kandidaten aus Rostock entschieden und wir priorisieren gerade den D2C Sales Channel. Gleichzeitig benötigen wir Kapital, um die nächste Charge mit dem neuen Produkt in Auftrag geben zu können. Wir haben sehr große Pläne, wo wir hinwollen, daher habe ich einen hohen Anspruch an mich selbst und Zeitdruck.“
Für Menschen zwischen Tempo und Anspruch
Die Zielgruppe von mjölkav ist keine klassische Altersgruppe, sondern ein Lebensgefühl.
Menschen zwischen 20 und 42, die viel unterwegs sind, wenig Zeit haben und trotzdem bewusst konsumieren wollen. Keine Kompromisse aus Bequemlichkeit, sondern Entscheidungen, die in den Alltag passen.
Unterstützung im Hintergrund
Unterstützung bekommt mjölkav unter anderem durch ein Startup-Programm von Tetra Pak. Wichtiger im Alltag ist jedoch der direkte Austausch.
Besonders prägend ist aktuell die Zusammenarbeit mit Maximilian Voß, der als Mentor im Vertrieb begleitet und hilft, Entscheidungen in der Wachstumsphase zu sortieren.
Gründungsszene Mecklenburg-Vorpommern
Frage 1: Was läuft aus deiner Sicht besonders gut in der Gründungsszene in MV?
Zusammenhalt, proaktiver Austausch durch Event-Organisationen.
Frage 2: Was wünschst du dir für die Zukunft?
Es fließt viel Geld in öffentliche Coaching-Programme. Ich würde mir wünschen, dass mehr Kapital direkt in Startups investiert wird. Besonders im produzierenden Gewerbe ist dieses Kapital entscheidend.
Frage 3: Wie hast du in die Gründungswerft gefunden?
Durch Jonas Uhlig.
Eine Vision, die leiser beginnt
Die Vision ist klar: mehr Offenheit für Ideen, die nicht sofort ins Raster passen. Mehr Vertrauen in Gründerinnen und Gründer außerhalb der klassischen Hotspots. Und mehr Raum für Food und Lifestyle, eine Kategorie, die in Mecklenburg-Vorpommern noch oft unterschätzt wird.

Was bleibt
mjölkav ist noch am Anfang.
Aber es ist bereits mehr als ein Produkt. 3.000 Verkäufe, ein neues Team, eine klare Richtung.
Und eine Gründung, die zeigt, dass gute Ideen nicht dort entstehen müssen, wo man sie erwartet.
Vielleicht ist genau das die eigentliche Geschichte.
Nicht der Matcha ist ungewöhnlich. Sondern der Ort, an dem er entstanden ist.







